Muckefuck

Muckefuck_Drei_Tänzer
Eine tänzerische Szene aus Muckefuck. (Von links: Chrstine Duttlinger, Lenja Busch, Milena Noemi Kowalski)

Muckefuck(2012)

Wir haben Zeit. Wir haben Pause. Wir haben Muckefuck.

Eine Kantine. Zwei Tische, drum herum unordentlich gestellte Stühle unterschiedlichen Modells. An der hinteren Wand ebenfalls Stühle. An der linken Wand ein Geschirrwagen, darauf eine Kaffeemaschine. An der Decke Neonröhren, von denen nur die linke Hälfte eingeschaltet ist. Nicht alle Röhren funktionieren.

In der linken Ecke isst die Brillenträgerin ihr Pausenbrot, am mittleren Tisch wippt die Frau in Rot beständig wie ein Pendel mit dem Bein.

Die Kantine – Teil des großen Fabrikkosmos, in dem nicht gearbeitet werden soll. Ein Zwischenraum, weder Maschinenhalle noch Feierabend, abgekapselt und integriert zugleich. Hier dürfen die Arbeiter das sozialistische Tempo drosseln und mit Muckefuck und Linseneintopf neue Kraft tanken. Aber wer oder was sind Arbeiter, die nicht arbeiten? Kann Arbeit überhaupt still stehen, während der Akkord weiterstampft? Indem in der Inszenierung (Körper)Sprache als Arbeit begriffen wird, wird sich ein Bild davon gemacht: Mit choreographischen und szenischen Mitteln suchen wir in Heiner Müllers „Lohndrücker“ nach Momenten des Stillstehens und Fortschreitens, finden das beste Pferd im Stall und schlürfen Utopie aus Kaffeetassen.

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